T+1 - today one year ago

ticket FRA-SIN (31AUG14)

Genau heute vor einem Jahr war es soweit. Die Koffer waren gepackt, ich hatte mich bei allen verabschiedet und es ging auf in mein großes Abenteuer Neuseeland - Master down under!

Irgendwie ein komisches Gefühl. Nun hat man quasi so alles schon einmal erlebt was das Jahr über passiert und war dabei weit weg von allen und alledem was man sonst so gemacht hat. Weihnachten, Geburtstag (der eigene und der von Freunden und Familie), Familienfeste, Muschel-Essen und Plätzchen-Back Traditionen mussten ohne mich statt finden, verregnete Sonntag Morgen und Abende waren irgendwie anders, and and and ....aber auch irgendwie auch eine wertvolle Erfahrung, denn so merkt man wirklich schnell was einem lieb und wichtig ist. Nicht dass ich das vorher schon gewusst hätte, aber so wird einem das definitiv noch mal so richtig bewusst. Ich bin wirklich sehr froh diese Erfahrung machen zu dürfen und bin stolz und denke gerne daran was und wen ich zu Hause in Deutschland alles so habe. Es hat mir aber auch die Tür zu einer ganz neuen Welt hier in Neuseeland geöffnet. Wo ich in dem letzten Jahr ebenfalls viele neue Freunde gefunden habe und sogar absolut außergewöhnlich und super herzlich von einer Kiwi Family aufgenommen wurde. Was ich wirklich sehr zu schätzen weiß!!! Dies sind Freundschaften die ein Leben lang halten werden und mir meine Entscheidung wie es nach dem Master Studium weiter gehen soll ehrlich gesagt nicht leichter machen. Egal wie ich mich entscheide, ich weiß jetzt schon, dass ich mich absolut darauf freuen kann, aber dass ich auf der anderen Seite auch todtraurig sein werde, von einem 22,000 km entfernt zu sein. Doch egal in welcher Richtung, die Strecke Germany - New Zealand werde ich in den nächsten Jahren wohl häufiger bereisen =) Was doch am Ende doch eigentlich eine toller Erkenntnis ist, oder nich!?

 
Despair is only for those who see the end beyond all doubt.
— Gandalf in The Lord of the Rings - Part 1
 

[31.AUG'15 - Three Kings, Auckland - There and back again!?]

Abschied aus Deutschland =(

29.AUG'14 - Abschiedsfeier in Sprockhövel

Neben all den ganzen anderen Aktivitäten die vor meiner Abreise noch so anstanden, wie der Wohnungsauflösung in Bremen, dem Umzug nach Sprockhövel und der ganzen Reisevorbereitung, habe ich bzw. wir es dennoch geschafft, sowohl in Bremen wie auch in Sprockhövel, eine kleine Abschiedssause zu machen =)  Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass wir, bevor für das Abenteuer Neuseeland dann wirklich los ging, noch einmal ein paar gemeinsam Stunden zusammen hatten und ich mich von euch verabschieden konnte! Auch wenn man es mir da vielleicht nicht ganz so doll angemerkt hat, fiel es mir dennoch schwer. Schon ein komisches Gefühl, euch alle nun für anderthalb Jahre nicht mehr live und in Farbe zu sehen :/ Aber vor der Abreise war bei mir die Vorfreude einfach immens groß. Und irgendwie hatte man auch nicht so groß Zeit sentimental zu werden, weil am Ende, wie immer, alles ganz schön schnell ging und es auch stets immer etwas vorzubereiten gab ....und auch noch immer gibt ;)

Ich möchte die Gelegenheit aber auch noch mal nutzen um mich bei euch für all die schönen und kreativen Geschenke zu bedanken, die ihr mir mit auf dem Weg gegeben habt! Ich war doch sehr begeistert, wie viele tolle und vor allem kleine Sachen einem einfallen können, die man auch noch einmal schnell mit im Koffer verschwinden lassen kann. Sie werden mir helfen mich in all meinen Unterkünften hier in Neuseeland doch ein wenig persönlich einrichten zu können :)

Aber ganz besonders möchte ich bei meiner lieben kleinen Schwesti bedanken, die schon lange vor meiner Abreise damit begonnen hat das überhaupt coolste Geschenk für so eine lange Abwesenheit aus der Heimat vorzubereiten =) " Du bist echt die aller Beste, Mary! " Natürlich aber auch bei all denen, die dazu beigetragen haben, dass am Ende ein kleines Büchlein entstanden ist, in dem ich von allen Menschen die mir lieb und wichtig sind eine ganz persönlich gestaltete Seite für meiner Zeit in Neuseeland habe! Das war eine echte Überraschung! Ich freue mich riesig darüber und werde dort immer gerne reinschauen, vor allem dann, wenn ihr mir fehlt =/ Damit es auch für die Ewigkeit sicher ist, habe ich es gleich digitalisiert. Ihr könnt es euch hier natürlich auch gerne noch einmal anschauen.

Wie gut wenn man eine Schwester hat, die immer an seiner Seite sein wird.
Dann brauch man sich vor nichts zu fürchten!
— Janosch / Mary

[14.SEP'14  -  erster Tag im Studentenwohnheim  -  es regnet, man will gar nicht vor dir Tür]

WARUM NEUSEELAND UND WIE ES EIGENTLICH DAZU KAM 2/2

So habe ich dann USA, Kanada, Singapore, Australien und eben Neuseeland in die engere Auswahl genommen. Nun in den USA und Kanada war ich ja schon und außerdem ist studieren in den USA wirklich extrem teuer und in Kanada gab es nicht wirklich die große Auswahl für einen Master in Maschinenbau. In Singapur sah das da schon besser aus, wäre auch witzig gewesen, denn dann wäre ich nämlich bei meinem Dad gewesen. 

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Er  hatte das große Glück von seiner Firma aus dorthin entsendet zu werden und lebt nun schon seit drei Jahren dort. Aber irgendwie bin ich dann doch an Neuseeland hängen geblieben.  Bis dato wusste ich zwar noch nicht wirklich viel über Neuseeland, es war fast ein weißer Fleck auf der Landkarte für mich.  Aber je mehr ich mich mit diesem Land beschäftigt habe, je mehr konnte ich mich damit anfreunden dort hin zu gehen. Die atemberaubende Landschaft die unzähligen Möglichkeiten an Outdoor Aktivitäten haben es mir irgendwie angetan. Noch dazu die Überschaubarkeit des Landes und der im Gegensatz zu den Australiern freundlicherer und gelassenere Umgang der Neuseeländer haben mich überzeugt. Neuseeland soll sogar eine der höchsten Lebensqualitäten haben und Auckland zu den Top 10 Städten weltweit gehören, in denen es sich am besten Leben lässt. Na wenn das mal nichts ist! In Auckland gibt es mit der AUT (Auckland University of Technologies) zusätzlich eine recht neu gegründete technische Universität, die deutlich praxisnäher ausgerichtet sein soll, als herkömmliche Unis. An der zumal auch noch Dozenten aus der freien Wirtschaft Vorträge halten und Projekte in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen entstehen.

Die Bewerbung läuft für internationale Studenten dann doch vergleichsweise einfach ab. Man kann seine gesamten Aktivitäten über eine lokale Agentur in Deutschland abwickeln, wie ich es über GoZealand! gemacht habe. Aber je mehr ich mich mit diesem Land beschäftigt habe, je mehr konnte ich mich damit anfreunden dort hin zu gehen. Die atemberaubende Landschaft die unzähligen Möglichkeiten an Outdoor Aktivitäten haben es mir irgendwie angetan. Noch dazu die Überschaubarkeit des Landes und der im Gegensatz zu den Australiern freundlicherer und gelassenere Umgang der Neuseeländer haben mich überzeugt. Neuseeland soll sogar eine der höchsten Lebensqualitäten haben und Auckland zu den Top 10 Städten weltweit gehören, in denen es sich am besten Leben lässt. Na wenn das mal nichts ist! In Auckland gibt es mit der AUT (Auckland University of Technologies) zusätzlich eine recht neu gegründete technische Universität, die deutlich praxisnäher ausgerichtet sein soll, als herkömmliche Unis. An der zumal auch noch Dozenten aus der freien Wirtschaft Vorträge halten und Projekte in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen entstehen.

Und nun, während ich all dies hier für die Ewigkeit festhalte, sitze ich schon im Flieger von Singapur nach Auckland. In nicht einmal einer halbe Stunde landen wir auch schon! Nach den 10 Tagen bei Paps in Singapur und auf Tioman fühlt es sich noch immer eher wie der Rückflug nach Deutschland an. Aber ich bin mir da relativ sicher, dass sich das in den nächsten Tagen, vielleicht sogar Stunden, ganz schnell ändern wird! Denn nun ist es soweit: Colja arrived New Zealand!

[10.SEP’14  -  Flug SQ281 von Singapur nach Auckland]

WARUM NEUSEELAND UND WIE ES EIGENTLICH DAZU KAM 1/2

Viele fragen sich jetzt sicherlich, „Warum muss das ausgerechnet Neuseeland sein? Das’ doch sooo weit weg!“. Dem kann ich natürlich nicht wiedersprechen. Aber vielleicht ist es genau das, was ich im Moment brauche. Einfach einmal Abstand von dem zu bekommen, was bisher war, auch geografisch. Einfach einmal alles andersherum: Weihnachten im Sommer, Snowboarden im August, zehn bis zwölf Stunden Zeitverschiebung, Linksverkehr, rechts drehende Drehtüren, im Norden ist es wärmer als im Süden... and so on. Ob das Wasser im Waschbecken wirklich linksherum verschwindet werde ich dann vor Ort sehen. Aber anerkannte Physiker aus meinem Freundeskreis (an dieser Stelle einen lieben Gruß an Frauki) haben mir schon erklärt, dass die in diesem Zusammenhang viel zitierte Lorenzkraft sich erst in größeren Höhen der Erdatmosphäre bemerkbar macht. Also keine Auswirkung auf den Strudel im Waschbecken hat. Vielmehr seien es die Oberfläche oder Schmutzablagerungen die dem Strudel die Richtung geben.

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By the way, um wieder zum Thema zurück zukommen, Berlin Auckland ist die längste Flugstrecke, die man zurücklegen kann. Nur leider gibt es noch kein Flugzeug das diese Strecke non-stop fliegen kann. Vielleicht ja eine Challenge für mich, wenn ich nach dem Master wieder zu Airbus zurückkehre. Spaß bei Seite, wie bin ich nun wirklich auf Neuseeland gekommen. Dazu muss ich doch ein wenig ausholen und bei meinen Planung für nach dem Bachelor anfangen. 2009 habe ich bei Airbus mein duales Studium zum Bachelor of Engineering (Luft- und Raumfahrt) mit integrierter Ausbildung zum Fluggerätmechaniker begonnen. Im September 2012, ein Jahr vor Abschluss des Studiums, hatte ich dann die Möglichkeit mich für ein internes „Förderprogramm“ zu bewerben und habe auch eine Zusage bekommen. Das „Förderprogramm“ gibt mir die Möglichkeit meinen unbefristeten Arbeitsvertrag für die Zeit eines Masterstudiums ruhend zu stellen. Zwar bekomme ich in dieser Zeit dann kein Gehalt mehr, aber mein Arbeitsverhältnis bei Airbus bleibt bestehen und wird nach Beendigung des Masters wieder aktiviert. Da mein Jahrgang erst der zweite Jahrgang war, dem dieses „Förderprogramm“ angeboten wurde, war die Nachfrage sehr gering. Zwar habe ich mich damals ohne eine wirkliche Vorstellung dessen beworben, was ich mit dieser Förderung anstellen möchte, aber ich wollte nach dem Bachelor einfach eine Option mehr zur Verfügung haben. Und ich habe ja auch keinem einen Platz weggenommen. Also alles tutti. 

Ein paar Jahre zuvor hatte ich auf einer Berufsmesse in Bremerhaven die TU Delft in den Niederlanden entdeckt, die hatte ich ohne wirkliche Ambitionen übrigens einfach mal bei meiner Bewerbung für das „Förderprogramm“ angegeben. Habe mich dann aber mal etwas genauer mit dem Masterangebot dort beschäftigt und war auch bei einer Infoveranstaltung vor Ort. Vom Niveau und Organisation der gesamten Uni war ich sehr angetan. Besonders wie international sie aufgestellt war und welche Möglichkeiten einem geboten wurden weltweit Kontakte zu knüpfen. Zudem genoss die Faculty of Aerospace Engineering einen sehr guten internationalen Ruf. Also schmiedete ich den Plan meinen Master auf English zu machen. Am besten noch im Ausland. Ich dachte mir, mit der Möglichkeit die mir die Absolventenförderung von Airbus bietet muss ich etwas besonderes anfangen, was ich nicht machen kann wenn ich nach dem Bachelor bei Airbus in Bremen bleibe. Dabei schloss ich die Option, weiter an der Hochschule in Bremen zu studieren aus, weil ich das ja schon gemacht habe und ich der Meinung bin, dass es mich weiter bringt, wenn ich die zwei Jahre lieber in Bremen bei Airbus arbeite. Also war Favorit für das Masterstudium zu der Zeit die Technical University in Delft.

Jedoch musste ich bei der Infoveranstaltung im April 2014 leider feststellen, dass die Anmeldefrist für den Semesterstart im September Ende März abgelaufen war. Stellt sich mir ganz ehrlich die Frage, wer plant eine Infoveranstaltung nach Ablauf der Anmeldefrist!? Mal ganz abgesehen davon, dass sie ein halbes Jahr vor dem Semesterstart liegt. Das schaffen auch nur die Holländer! Nur blöd, dass damit meine Pläne für nach dem Bachelor erst einmal auf Eis gelegt waren. Da ich keinen wirklich besseren Plan hatte, wo ich nun studieren soll und ich auch nicht einfach „irgendwo“ einen Master machen wollte, nur um anschließend einen Master zu haben (da greift wieder das Argument, warum ich auch nicht an der HS Bremen weiter studieren will), beschloss ich nach dem Bachelor erst einmal ein Jahr bei Airbus bleiben. Denn eine Übernahme nach dem Bachelor war mir zugesichert und das Förderprogramm ließ dies ebenfalls zu. Die Betriebsvereinbarung dazu besagt lediglich, dass man innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung des Bachelors mit dem Masterstudium angefangen haben soll. So wollte ich das Jahr nutzen, um wirklich das geeignetste Studium oder auch den geeignetsten Ort für mich zu finden. Aber auch, um erste „wirkliche“ Berufserfahrung zu sammeln. Wie sich hinterher herausstellte war dies auch eine sehr weise, zwar auch etwas aus der Not entstandene, Entscheidung. Aber manchmal sind es halt auch Zufälle, die einem im Leben weiter bringen.

Die zuständige HR-Abteilung war nicht wirklich begeistert, dass ich mich so entschieden habe, aber das waren die Spielregeln, mit denen wir in Rennen gegangen sind. Naja ich war aber auch der Erste, der dieses Jahr in Anspruch genommen hat, vielleicht lag es auch daran. Oder ich war sogar der Letzte und der Paragraf wird aus der Betriebsvereinbarung gestrichen. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Wobei ich im Nachhinein eigentlich nur jedem raten kann zwischen Bachelor und Master etwas Berufserfahrung zu sammeln. Denn man lernt doch noch mal einiges dazu. Fachlich wie menschlich. Aber vor allem startet man mit ganz anderen Voraussetzungen in sein Masterstudium, als das man es sonst tun würde.

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So bin ich im Oktober 2013 dann in der Abteilung DBI (Performance and Improvement) als Project Manager gelandet. Eine kleine win-win Situation für beide, die Abteilung und für mich. Denn die Stelle wurde extra für mich erschaffen und war somit auch an mich gebunden. Ich hatte für das eine Jahr einen Job und die Abteilung für das Jahr einen Mitarbeiter mehr als eingeplant. Vielleicht war es auch das, was die HR-Abteilung der Förderung nervte, da für mich extra eine neue Stelle erschaffen werden musst, weil keine Abteilung eine reguläre Stelle mit jemanden besetzten will, der in einem Jahr schon wieder weg ist. An der Stelle müsste man dann wohl das System der Förderung noch mal überdenken. Egal, ich war mehr als glücklich in dieser Abteilung gelandet zu sein. Ich habe die 10 Monate die es dann letztendlich nur waren, sehr genossen, viel dazu gelernt und mich, denke ich, auch persönlich weiterentwickeln können. Aber vor allem habe ich so etwas Zeit gewonnen, mir in aller Ruhe Gedanken zu machen wie es nun weiter gehen soll und was ich mit der Förderung anstellen möchte.

In der Unterabteilung DBI2 (Projects and Strategy), in der ich als Project Manager gearbeitet habe, werden kleiner Projekte betreut die zur Produktionssteigerung und Optimierung in der Fertigung beitragen sollen. Aber auch Projekte oder Anschaffungen die auf Grund von Kapazitätshochläufen oder Gesetzesänderungen betreut werden müssen. Dazu steht jedes Jahr ein gewisser Betrag zur Verfügung. Ziel ist, dieses Geld möglichst gewinnbringen auszugeben bzw. die Projekte in der Hinsicht zu betreuen, dass durch die Investition ein größtmöglicher Benefiz erzielt wird. Als Projekt Manager ist man Schnittstelle aller in das Projekt involvierter Bereiche, wie dem Fachbereich, Finance, Procurement, Health and Safety, Ergonomie, Medical Service, Maintenance, ... aber hat auch einen engen Kontakt zur Werksführung um deren Strategie einzuhalten. Meine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, für die von mir betreuten Projekte einen Terminplan zu entwerfen, die nötigen Investitionen im Zusammenhang mit dem zur Verfügung stehenden Budget auf zu planen und die Projektarbeit zwischen allen involvierten Bereichen zu koordinieren bzw. sicher zu stellen. Anfangs brauchte ich doch etwas Zeit um mich in alle Prozesse einzuarbeiten, aber als ich den gesamten Prozess einmal durchlaufen hatte, fing es beim zweiten Mal echt an Spaß zu machen. Man hat nun schon ein wenig Erfahrung mitgebracht und wusste wie das Ganze im groben ab zu laufen hat. Ich habe die Arbeit auf Grund der vielen Kontakte und Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche und Projekte sehr genossen. Was mir jedoch am meisten in Erinnerung bleibt, ist der  ausgesprochen menschliche und vor allem auch freundschaftliche Umgang mit meinen Kollegen. Die mich auch bei der Suche nach dem perfekten Studienort tatkräftig unterstützt haben. Mich später auch in meiner Entscheidung nach Neuseeland zu gehen gestärkt haben.

[07.SEP’14  -  Playa Beach Resort, Tioman, Malaysia  -  Tauchurlaub mit Paps]

 

Vorwort

“Hey Thorben, darf ich mir deinen Laptop ausleihen, ich würde gerne mal meine Mails checken?“ .....es ist der 28 Mai 2014. Ich genieße zusammen mit meinem Mitbewohner und drei Freunden bei einem kühlen Sagres die portugiesische Abendsonne. Ein langer und kräfteraubender Tag auf dem Surfboard liegt hinter uns. Mit einem selbstgedrehten Musikvideo zum umgeschriebenen Text von „Surfin in the USA“ der Beach Boys haben wir eine Woche im Camp der Atlantic Riders gewonnen. Der absolute, jedoch auch nicht ganz unerwartete Hammer. Dementsprechend gut gelaunt waren wir, schon seid dem wir in Bremen in den Flieger gestiegen sind.

Eigentlich bin ich in dem Urlaub bis jetzt ganz gut ohne das Internet ausgekommen. Hat ja auch mal was Befreiendes. Doch als wir an diesem Abend so beisammen saßen kam mir irgendwie der Gedanke, ich könnte ja mal in meine Mails schauen. Denn vor gut zwei Wochen hatte ich meine Bewerbung für ein Masterstudium in Neuseeland abgeschickt. Ich habe vielmehr in mein Postfach geschaut, um gegebenenfalls reagieren zu können, falls etwas mit der Bewerbung nicht stimmt oder Unterlagen fehlen. Doch als ich beim Überfliegen an einer Mail mit dem Betreff „Urgent: International Offer from the University of Auckland“ hängen geblieben bin, musste ich echt zweimal hingucken. Das ist doch jetzt nicht etwa... doch! Es war die bedingte Studienplatzzusage der University of Auckland!

Damit ist es fix: Colja goes New Zealand! In drei Monaten sitze ich in Neuseeland! Oder wie man so schön sagt: down under.  „Hallo! Was’ denn bitte hier los!?“ Das brauchte erst einmal einen gewissen Moment, bis ich das begriffen hatte und mir klar wurde: das Abenteuer beginnt. („Hört sich gerade leicht nach Bilbo Baggins an, aber naja, der war ja schließlich auch da“). Nun steht mir ein neuer Abschnitt in meinem Leben bevor, der mich prägen wird und von dem ich mein Leben lang zehren kann. Doch danach wird auch alles anders sein. Ich werde meine Zelte, die ich mir teilweise auch mühevoll, hier in Deutschland aufgebaut habe, erst einmal abbrechen müssen und meine Wurzeln aus dem heimischen Umfeld lösen. Doch dafür steht mir die Tür nun offen für Neues und ich habe Zeit mich mit mir selbst zu beschäftigen und meinen Weg zu finden. Irgendwie habe ich gerade das dumpfe Gefühl, dass mir das gut tun wird und es zu rechten Zeit kommt.

Mach was draus, Colja – oder wie Friedrich Nietzsche sagte: „Werde, der du bist!“.

[19.JUN’14   IC2213 von Bremen Hbf nach Mainz Hbf   Mary besuchen]