Lake Tekapo & Mt Cook

Lake Tekapo, viewed from Mt. John Observatory

 

Prost at Waihi gorge - auf zweieinhalb Wochen mit Thorben und Verena =) 

Nachdem wir Helge am Nachmittag noch in Christchurch am Flughafen verabschiedet haben, haben Thorben, Verena und ich uns direkt "on the road" Richtung Lake Teeapo bzw. Mt Cook aufgemacht. Es am gleichen Tag allerdings nur noch bis in die Waihi Gorge geschafft. So hatten wir aber wenigstens noch die Chance unseren ersten richtigen gemeinsamen Camping Abend in der Pampa in Ruhe zu genießen. In Christchurch hatten wir uns in der City nur schnell und praktisch auf ein Motor Camp gequetscht. So Mitten in der Natur ist halt schon was anderes. Mit Baden im Fluss, Bierchen im Sonnenuntergang und so ;) So haben wir uns also ganz entspannt auf die bevorstehenden zweieinhalb Wochen eingestimmt und sind dann am Morgen weiter zum Lake Tekapo gefahren. Mit nun drei Leuten im Auto, musste ich zum Fahren nur leider dann mein Bett zurück bauen, damit alle sitzen können. Obwohl im Bett reisen sicherlich auch ne feine Sache wäre, nur glaube ich nicht in den neuseeländischen Verkehrsregeln vorgesehen ist :P Um den Aufwand jedoch so gering wie möglich zu halten, haben wir einfach alle drei im Zelt geschlafen. Trotzdem hatten wir nach der erste Nacht das ganze Auto einmal auf den Kopf gestellt und mussten wieder alles neu zusammen packen. Aber das sollte sich in den nächsten Tage dann schon von allein einspielen.

Die Straße zum Lake Tekapo windet sich von der Küste aus einsam durch trockene braune Hügellandschaft. Die schneebedeckten Berge am Horizont sind mit jedem Kilometer immer deutlicher zu erkennen. Schon beeindruckend, wenn man auf der pille geraden Straße dann strait darauf darauf zu fährt, bis plötzlich hinter ein zwei Hügeln völlig überraschend der Lake Tekapo auftaucht. So knall türkis blau wie er ist, sieht er irgendwie nicht so aus, als ob er hier hingehört. Aber gerade das macht ihn so einzigartig und sehenswert. Das bekannteste Bild vom Lake Tekapo entsteht wohl zusammen mit der "Church of the Good Shepherd", die direkt am Fuße des Sees steht. - Vielleicht auch ein Motiv das dem "meist fotografierten Gebäude Neuseelands", dem Bahnhof in Dunedin, Konkurrenz machen kann!? 

Den besten Blick, wie ich finde, hat man jedoch vom Mt John Observatory, das direkt neben dem See auf einem kleinen Berg gelegen ist. Eine gute Sicht soll man wohl auch bei Nacht haben, nämlich auf die Sterne. Wegen der so super klaren Luft hier unten, gilt das Mt John Observatory als einer der besten Orte weltweit zum Stern gucken, weswegen die Gegend seit 2012 auch zum internationalen Naturschutzpark für den Sternenhimmel ernannt wurde. Leider war gerade Vollmond, sodass sich ein Besuch bei Nacht leider nicht wirklich gelohnt hätte. Für den perfekten Sternenhimmel mussten wir uns dann allerdings noch anderthalb Wochen gedulden. Verglichen mit Deutschland, ist der hier in NZ aber überall beeindruckend, egal wo man ist. Da brauchen wir nicht extra zum Mt John fahren. Und wir als Halbastronomen sehen da glaube ich auch keinen so großen Unterschied ;) Also sind wir nach einem kurzen Lunch bei bombem Aussicht weiter zum Mount Cook gefahren. 

Lake Pukaki & Mout Cook

 

Der Mount Cook ist nur so ca. 100km vom Lake Tekapo entfernt. Wovon allerdings gut die Hälfte der Strecke entlang des Lake Pukaki führt. Der nicht ganz so knallig wie der Lake Tekapo gefärbt ist, aber immer noch kitschig blau. Dafür ist er ein gutes Stück länger und man hat bei gutem Wetter freie Sicht auf den Mt Cook. Die hatten wir und haben uns die Gelegenheit natürlich nicht nehmen lassen, bei dieser Szenerie im erfrischenden Gletschersee baden zu gehen =) Die milchig blaue Farbe bekommt das Wasser übrigens von den Gletschern. Die reiben den Fels in kleine Partikel, die dann vom Schmelzwasser in den See gespült werden und dort das blaue Sonnenlicht absorbieren. Wir waren quite lucky, dass wir diese einzigartige Aussicht noch genießen konnten. Denn das hat sich über Nacht leider dann geändern :/ Wenigstens konnten wir noch die Autofahrt entlang des Sees zum Mt Cook Village genießen, allein die ist schon ein pures Erlebnis =) ...da ich ja nun schon wieder zurück in Auckland bin, kann ich auch definitiv sagen, der Mt Cook und die Gegend umzu sind das absolute Highlight meiner langen NZ Reise gewesen. Ich finde irgendwie sieht's hier so aus, als hätte ein Kind nen Bild gemalt: mit dem blauen Stift den See, mit dem grünen den Wald, gut die Wiese ist gelb geworden, anyway, die Landschaft ist flach und im Hintergrund noch mal eben schnell son ganz klassischen Berg mit Schnee auf der Spitze. Irgendwie treffen hier drei so unterschiedliche Landschaftsbilder aufeinander das es in der Tat leicht gekünstelt wirk, passt einfach so gar nicht zusammen, bzw. man kennt es halt anders. Aber ich denke gerade das macht diesen Ort gerade so besonders. Die flache Graslandschaft mit dem Lake Pukaki zieht bis an die Zweitausender ran, auf denen dann auch gleich schon die dicken Eismassen der Gletscher hängen. Vor Millionen Jahre muss das hier wohl alles Gletscher gewesen sein, dadurch ist dann wohl auch dieses flache und langezogene Tal entstanden. Wenn man dann in den Bergen ist und zurück zum See schaut, wirkt es so als hätte jemand die Urlaubstapete ausgerollt. Man steht mitten zwischen Felswänden und Gletschern und wenn man dann da runter guckt, ist es bis zum Horizont flach, und man kann den blauen See und die gelbe Graslandschaft sehen. Wüsste man es nicht besser, könnte man auch denken, dass ist das Meer und nen Sandstrand. 

Völlig überwältigt von der Aussicht, haben wir unser Zelt am Abend dann natürlich nur nach den Gesichtspunkt mit dem besten Blick auf die Berge aufgestellt. Also einfach stumpf mitten auf die Wiese. Das haben wir dann in der Nacht leider bereuen müssen, als das Unwetter langsam heranzog und es immer windiger wurde. Irgendwie eine gruselige Atmosphäre in den Bergen. Man hörte von weither die Windböen heranziehen und ein paar Sekunden später haben sie dann wortwörtlich auf unser Zelt eingeschlagen, sodass uns die Zeltdecke ein paar Mal auf der Nase hing und wir echt Angst um das Zelt hatten. So haben wir dann in einer gemeinsamen Hauruck Aktion das Zelt abgebaut und sind ins Auto umgezogen - ja zu dritt auf 1.2m :D Ich sag mal so, kalt war's uns jedenfalls nicht mehr, aber wir haben auch schon mal besser geschlafen. Das Unwetter hat dann selbst am Auto noch ganz gut gerüttelt. Aber damit wäre auch bewiesen das meine Bettkonstruktion für Drei taugt - und ich hatte Sorgen, dass es zu zweit eng wird :P Naja für eine Nacht kann man sich das schon mal geben. In der nächsten Nacht sind wir dann aber wieder zurück ins Zelt und haben dieses Mal aber zwischen den Büschen Schutz gesucht.

Einen Tag haben wir's bei 5°C und Regen ausgeharrt, in der Hoffnung dass das Unwetter irgendwann mal vorbei ist und wir doch noch unsere geplante zwei Tages Wanderung zur Müller Hütte machen können. Aber weit gefehlt. So haben wir uns im "Old Mountaineers Café" durch die Speisekarte gefuttert und uns am Kamin aufgewärmt. Gegen Nachmittag haben wir uns dann aber doch noch mal auf den Hocker Valley Track getraut, damit wir hier wenigstens noch ein bisschen was sehen. Am nächsten Morgen sind wir dann noch zum Tasman Gletscher und danach sind wir wortwörtlich in wärmere Regionen geflüchtet. Immerhin stand am nächsten Tag ja auch Thorben Geburtstag an und den wollten wir schließlich nicht klitsch nass und bibbernd im Unterschlupf vom Campingplatz feiern. ....Auf dem letzten von den fünf Fotos oben sieht man auch gut die Unwetterwolke in der wir zwei Nächte drin steckten :P

Noch mehr Bilder von unserem Aufenthalt am Mt Cook und vom Lake Taupo findet ihr wie immer in einem separatem Fotoalbum: Lake Tekapo & Mt Cook 03.02.2015.

[02.MAY'15 - Three Kings, Auckland - hoffe in AKL wird es nie so kalt wie am Mt Cook]