West Coast - Westport to Wanaka

Auf halbem Weg vom Abel Tasman National Park zur Westküste haben wir noch eine Nacht am Lake Rotoiti übernachtet. Wir hatten mal wieder riesiges Glück, denn als wir angekommen sind, war die Sonne gerade kurz vorm Untergehen und über dem fast spiegelglatten See hatte sich eine atemberaubende Kulisse aufgebaut – ja fast schon mysteriös und unheimlich. Dunkele Regenwolken hingen in den Bergen, hinter denen die rot schimmernde Sonne hervor schiehn. Dazu die Bergfronten, die im Dunst der Luft unterschiedliche Grautöne angenommen haben. Zusammen mit dem alten Bootssteg ist dann eines der schönsten Bilder bisher hier entstanden, wie ich finde ...das was ihr im Moment als Titelbilder auf der Startseite seht – findet ihr ansonsten aber auch noch mal im Fotoalbum NZ’s beauty of nature wieder.

 

 

Westport

Buller Bay Westport

 

In Westport haben wir uns einen Tag Zeit genommen um uns schlau zu lesen was wir an der Westküste alles so unternehmen können und um für die nächsten Wochen einen groben Plan aufzustellen. So haben wir uns ein nettes Lokal gesucht und uns dabei ein wenig am lokalen Bier verköstigt. Übrigens, Monteith’s und Speights sind unsere Favoriten ;) Außerdem konnten wir die Kamera-Akkus nach der Abel Tasman Wanderung wieder aufladen. In Westport gab es dann für die nächsten 100km auch noch mal die Chance das Auto voll zu tanken und Lebensmittel einzukaufen.

Unser Plan von nun an war es erst einmal die Westküste runter bis zu den Gletschern zu fahren und dann duch die Berge weiter nach Wanaka bzw. Queenstown. Wenn wir dann noch genügen Zeit haben, wäre sogar noch ein Abstecher in den Milford Sound möglich, bevor es dann nach Christchurch geht, wo für Helge die Reise dann leider endet und Thorben und Verena ankommen. Die Nacht haben wir auf einem Parkplatz am Leuchtturm von Westport verbracht. Den ersten Sonnenuntergang an der Westküste aber leider knapp um ein paar Minuten verpasst – war wohl ein Bier zu viel, ups :P

Lighthouse Westport


Greymouth and Pancake Rocks

dinner in the sunset

 

Am nächsten Morgen ging es dann gleich weiter nach Greymouth. Auf halber Strecke haben wir noch einen Stop bei den Pancake Rocks eingelegt, da wo halt jeder Touribus auch hält. Also sehr beliebt. Trotzdem nett anzugucken die Felsen die doch so ein bisschen wie ein Stapel Pfannkuchen aussehen. Besonders beeindruckend bei high tide, die Wellen die sich durch die Felsen drücken und als riesige Fontänen aus dem Boden schießen. Außerdem haben wir noch einen Baum ohne Stamm gesehen, der sich schon seid 30 Jahren von den beiden Bäumen neben ihm ernährt und noch immer grüne Blätter trägt.

Helge hat sich zusätzlich noch eine nahegelegene Höhle am Fox River angeschaut. Ich bin wegen meinem Zeh dann auf’s Rad gestiegen – lauftechnisch war ich doch sehr eingeschränkt. Aber Radfahren ging super. So bin ich gemütlich 50 km die Küste entlang geradelt. Immerhin wurde uns die Strecke als eine der schönsten Autorouten überhaupt empfohlen. Im Nachhinein würde ich persönlich da andere favorisieren, zum Radfahren aber top geeignet. Zwischen den einzelnen Buchten ging es immer schön die Hügel rauf und runter, der Straßenbelag war zu meiner Freude auch mal gar nicht so schlecht wie sonst und an der Küste gibt’s ja auch immer viel zu sehen.

tree without a trunk

In Greymouth sind wir dann allerdings erst mit Einbruch der Dunkelheit angekommen. Dinner hatten wir vorher schon beim Sonnenuntergang auf einem Rastplatz an der Küste. So haben wir uns einfach am Strand an das Ende einer Sackgasse gestellt. Am nächsten Morgen gab’s dann allerdings ein böses Erwachen. Der DOC (Department of Conservation) Ranger war um 5 Uhr schon da gewesen und hatte uns mit einem Zettel unterm Scheibenwischer freundlich darauf hingewiesen, dass Freedom Camping im Greymouth District nicht so gern gesehen ist. Er hat uns aber immerhin schlafen lassen. Die $200 Strafe haben wir einfach mal scharmant als „special fee“ für einen doch recht idyllischen Campingplatz mit direkter Aussicht auf’s Meer abgestempelt. Konnten wir nun ja jetzt eh nichts mehr dran ändern – verdammt, irgendwann ist immer das erste Mal. Das ist schon so oft gut gegangen. So mussten wir auch mal eine Lehre daraus ziehen. Die nächste Nacht ging’s dann wieder auf nen Campingplatz ;)

Sunset =)

[30.JAN’15  -  Henry Creek DOC Campsite  -  Morgenfrüh geht es über Dunedin auf nach Christchurch, wo Thorben und Verena ankommen]


Franz Josef Glacier

Franz Josef Glacier

 

Der Ausflug auf den Frans Josef Gletschers wurde für uns beide zu einem absoluten Highlight hier in Neuseeland, denn mit dem Helikopter ging es rauf auf’s Eis zur drei Stunden Gletscherwanderung. Ich hatte beides vorher noch nie gemacht, weder Heli geflogen noch bin ich auf einem Gletscher rumgelaufen. Nicht nur, dass die Aussicht vom Gletscher aus der Hammer war, auch unsere Bergführerin war durchaus ein Hingucker :P Wir hatten ausreichend Zeit beides zu genießen, denn da wir die erste Gruppe an diesem Tag waren, mussten wir oft anhalten und sie hat mit ihrem Pickel die Stufen neu ins Eis gehauen. Die drei Stunden Wanderung führte uns dann durch enge Gletscherspalten, zu einem Wasserfall und hoch bis zum „blauen“ Packeis, dass seine blaue Farbe übrigend wegen der hohen Dichte bekommt, da nur die kurzen Wellen des blauen Lichts absorbiert werden – anders wie beim Wasser indem das blaue Licht des Himmel reflektiert wird. Im Packeis gab es auch die ein oder andere Höhle und Rutsche zum runtersliden =) All in all war es verglichen mit den Wanderungen der letzten Tage eher ein gemütlicher Spaziergang auf dem Eis, was aber absolut okay war, da man so Aussicht und Gletscher entspannt genießen konnte. Außerdem haben wir mega viel über den Gletscher gelernt – vor einigen Tausend Jahren reichte der sogar bis ins Meer; heute ist er einer der einzigen weltweit der im 4-5 Jahreszyklus sogar noch wächst; zurzeit schmilzt er jedoch und bewegt sich mit ca. 4m pro Tag!!! Hättet ihr das für möglich gehalten!?

Heli Flight to the Glacier

Im Franz Josef Glacier Village haben wir auch noch mal unsere Laundary gemacht. Zum Wäschetrocknen sind wir dann zum Campingplatz am Gillespies Beach gefahren. Ein verrückter Strand. Und das erste Mal, dass ich der Sonne beim Untergehen den Rücken zu gekehrt habe. Denn vom Strand aus hat man direkten Blick auf den Gletscher und die schneebedeckten Berge, die im Abendlicht anfingen rot zu leuchten.

Mt Cook and Mt Tasman in the sunset


Haast – Wanaka

after 144 km and 1400 m climbing

 

Am nächsten Morgen sind wir dann extra früh aufgestanden um am Lake Matheson das berühmte Foto vom sich spiegelnden Gletschers im See zu machen. Nur leider sind wir zehn Minuten zu spät am See angekommen und wir hatten volles Gegenlicht sodass sich leider nicht mehr so viel gespiegelt hat. Mit dem verdunstenden Morgentau sind im Sonnenlicht aber dennoch ganz coole Bilder entstanden =)

Anschließend ging es strait on nach Wanaka, ein lange Ritt, insgesamt 270km. Bedeutet hier also ca. 4-5 Stunden Autofahrt ;) ...strait on, hat dann leider nicht so ganz geklappt, denn nach 50km fiel mir dann auf, dass ich meinen Laptop im Café beim Lake Matheson hab liegen lassen – ups! Also ging es den ganzen Weg zurück und anschließend sind wir wieder von vorne gestartet. Die ganze Zeit mit der Hoffnung der Rechner ist noch da, denn Dank fehlendem Handyempfang konnte ich da noch nicht mal anrufen. Da ihr aber nun aber von der Story lesen könnt, wisst ihr auch, dass sich die 100km Umweg gelohnt haben uns sie ein gutes Ende gefunden hat – Gott sei Dank!

In Haast, der letzten Ortschaft an der Westküste, bevor es durch die Berge rein nach Wanaka und Queenstown geht, hat Helge mich dann mit meinem Rad rausgeschmissen und ich bin die restlichen 140km bis Wanka geradelt. Eine absolut traumhafte Strecke und für jeden begeisterten Radler ein absolutes Erlebnis. Die ersten 50km ging es leicht hügelig durch den Wald und entlang eines hellblauen Bergflusses, wie er so hätte in der Herr der Ringe auftauchen können. Anschließend ging es zwar „nur“ auf 600m rauf, aber dass innerhalb weniger Kilometer. Bedeutete also sanfter Anstieg mit 8-9% Steigung und in der Mitte waren’s dann 11-12% :P – also kurz und schmerzvoll und dann war ich auch „schon“ oben auf dem Haast Pass. Danach war es lange flach, bis ich zum Lake Wanaka und zum Lake Hawea kam. Dort ging es dann wieder andauernd auf und ab. Aber dafür insgesamt gute 50 km entlang der beiden Seen. Absolut beeindruckend und einfach nur traumhaft schön. Seht doch einfach mal selbst auf den Fotos. Ich hab ab und an noch mal ein Bilder mit der GoPro gemacht. Glücklicher Weise hatte ich zu dem Zeitpunkt noch die Möglichkeit dazu, denn nach 30 km hatte sie sich kurzzeitig einmal verabschiedet. Die Halterung am Lenker war abgebrochen und die GoPro ist in die Böschung geflogen. Was mich dann ne halbe Stunde nervige Sucherei gekostet hat. Als dann nach 60 km auch noch die Batterie von meinem Tauch leer war, hatte ich den Tag bereits verflucht - erst der Laptop, dann die GoPro und nun noch der Tacho. What comes next!? Da konnte ich ja noch nicht wissen, dass mich nach dem Pass die absolute Hammer-Aussicht erwartet. So habe ich den Tag danach unter dem Motto: „ein beschissener Tag zu schön zum vergessen“ abgestempelt.

Helge, „die geile Sau“, war mit dem Auto schon vorgefahren und hatte uns in der Zwischenzeit schon einen super deluxen Campingplatz am Fluss mit Sicht auf den Sonnenuntergang organisiert. Aber noch viel besser, er hatte auch noch eingekauft, sodass wir eine volle Vorratskiste fürs Dinner hatten. Und es gab sogar ein kühles Bierchen!! Echt spitze Helge, du bist der Beste! Das war genau das, was ich nach so einer Mördertour gebraucht habe. Denn am Ende waren es nicht nur 140 km Strecke die ich zurück gelegt hatte, sondern auch stolze 1400 Höhenmeter.    see at MapMyRide.com >>

Route Profile: Haast - Wanaka (144 km)

Für die Bilder hab ich wie immer erst ein separates Fotoalbum angelegt, also schaut da doch mal rein: 
West Coast 20.01.2015.

[12.FEB’15  -  Bluebridge Ferry from Picton to Wellington  -  Good bye South Island =(]