Abel Tasman National Park

Abel Tasman Nation Park

 

Zwei Tage Kajaken und zwei Tage Wandern, inklusive drei Nächte im Zelt bzw. der Hängematte. Das war grob zusammen gefasst unser Programm für die vier Tage die Helge und ich im Abel Tasman National Park verbracht haben. Bei knapp 35 kg Gepäck waren wir allerdings froh, dass wir zuerst mit Kajak unterwegs waren und anschließend gewandert sind. Der Abel Tasman Walk gehört zu einem der neun Great Walks in Neuseeland. Dadurch ist er zwar mega gut durchorganisiert und auch sehr überlaufen, aber er bringt einen halt auch in die schönsten Ecken Neuseelands. Da der Abel Tasman Walk ein Coastal Walk ist, kann man einen Weg mit dem Kajak zurück legen und den anderen dann laufen. Gestartet sind wir in Motueka. Anfangs waren wir etwas erstaunt wie schnell wir doch mit dem Kajak voran kommen und waren schon fast etwas über die Distanz des ersten Tages enttäuscht die sie uns in der i-Site empfohlen haben. Bis wir dann allerdings zur „Mad Mile“ kamen, dort wo der Wind völlig ungeschützt von der offenen See auf die Küste stoßt und unsere gemütliche Kajaktour recht schnell zum Hochseepaddeln verwandelt hat. So waren wir beide heil froh als wir irgendwann mal in der Bucht wo unser Campingplatz lag angekommen sind. K.O. wie wir waren, waren wir voll davon überzeugt den ganzen Tag gepaddelt zu sein. Nach einem Blick auf die Uhr war’s dann aber doch erst 3pm und wir waren gerade mal vier Stunden unterwegs :D ...das reichte auch völlig. Wir waren heilfroh nicht noch weiter paddeln zu müssen und haben uns erst einmal einen schönen Mittagsschlaf gegönnt ;)

Anchorage Bay

DOC Campsite at Anchorage Bay

Die erste Nacht im Zelt viel dann mal wieder ins Wasser, so wie ich das in Neuseeland von Premieren ja schon kenne! Allerdings scheint das $16 Zelt aus dem Warehouse wohl eher ein Schönwetter-Zelt zu sein - ups :P Naja, im Kajak wären die Sachen am nächsten Tag eh wieder nass geworden. Am zweiten Tag sind wir dann wieder frisch gestärkt los gepaddelt und haben uns auf die Suche nach den Seehunden gemacht. Bis zur letzten Minute hatten wir auch noch die Hoffnungen Delphine zu sehen. Dieses Glück blieb uns aber leider verborgen. Dafür haben wir noch eine Seehund-Mutti mit ihren Kleinen entdeckt - die sind ja vielleicht mal süß! Beim Jagen ist Mutti dann auch noch ganz neugierig um unser Kajak herum geschwommen. Das war definitiv schon ein cooles Erlebnis =) Bevor wir die Kajaks dann auch schon zurück geben mussten, haben wir uns nochmal in einer einsamen Bucht niedergelassen, die man nur übers Wasser erreichen kann, und es uns bei karibischer Stimmung gut gehen lassen. Echt krass klares Wasser da im Abel Tasman National park und ein traumhaft schöner Strand an dem wir uns da nieder gelassen hatten. Ziemlich genau so sah dann auch unser nächster Campingplatz in der Onetahuti Bay aus – lucky =) Von hier aus ging es allerdings dann ab nun an zu Fuß weiter.

Zum Glück war das mit dem Regen in der ersten Nacht nur eine einmalige Sache, denn seit dem hatten wir nur noch bestes Wetter. So bin ich in der nächsten Nacht aus Platzmangel vom Zelt in die Hängematte umgezogen. Was abgesehen davon auch noch viel bequemer war – allerdings auch etwas kälter. Dafür konnte ich aus dem „Bett“ den Sternenhimmel angucken und am nächsten Morgen ging die Sonne direkt vor mir auf =) Ein mega cooles Erlebnis. Und soweit ich mich erinnern kann, auch meine erste Nacht in ner Hängematte... (Vielen Dank nochmal Jessi! Wie du schon sagtest, die kann man einfach überall mit hinnehmen und immer gut gebrauchen) ...und ich denke das wird auch nicht meine letzte gewesen sein! Abgesehen von der darauf folgenden, denn da habe ich das gleich noch mal wiederholt.

my first night in the hammock

sunrise at onetahuti bay

Die zwei Tage wandern waren landschaftlich eigentlich eher gleich. Es ging an der Küste entlang zurück, die wir vorher mit dem Kajak abgepaddeld haben. Durch dichte Urwälder, Berge rauf und runter und alle Nase lang gelangte man mal wieder in eine kleine Bucht. Persönlich fanden wir den Great Walk eher weniger anspruchsvoll, dafür war es landschaftlich aber ein absolutes Highlight. Helge sagte immer so schön: „Es ist eher ein Tramper Highway“. (Wobei mit „Tramper“ hier nicht die Tramper gemeint sind, sondern im Englischen die Wanderer so genannt werden. Die andern Tramper heißen „Hitchhiker“. Allerdings nicht zu verwechseln mit den regulären „Hikern“, was wiederum Wanderer sind. Verstanden!? :P ...Den genauen Unterschied zwischen „Trampern“ und „Hikern“ habe ich allerdings auch noch nicht herausgefunden :D). Vielleicht haben wir den Great Walk auch als „Tramper Highway“ empfunden, weil wir vor ein paar Tagen ja erst das doch recht anspruchsvolle Tongariro Crossing gemacht hatten. So haben wir noch den ein oder anderen Seitenabstecher mitgenommen. Anyway, bei mir hat es jeden Falls für eine fette Blase am „kleinen Zeh“ gereicht (sorry für das Foto, aber das musste einfach rein :p) , die sich in den darauf folgenden Tagen leider auch noch entzündet hat und mir ordentlich zu schaffen gemacht hat – von da an war ich leider nicht mehr so gut zu Fuß.

Ein weiteres Highlight waren am letzten Abend definitiv noch die selbst gesammelten Muscheln, die wir zum Dinner hatten. Frisch aus dem Meer in Topf, besser geht’s einfach nicht. Sehr gut auch, dass wir noch diese Gelegenheit hatten uns in der Natur zu bedienen, denn wir müssen leider zugeben, ansonsten wäre es essenstechnisch schon ein wenig eng geworden – ups! So sind wir aber satt geworden und hatten noch eine echt Delikatesse zum Abschluss.

Am letzten Tag habe ich dann auch noch mal gemerkt, wie klein Neuseeland eigentlich ist ;) Nach ein paar Kilometern wurden wir von Leo und Anne eingeholt. Leo hatte ich am langen Labor day Wochenende in Rotorua kennen gelernt. Nun war er zusammen mit Anne unterwegs. Echt ein super witziger Zufall!!! Die restlichen 12 km sind wir dann gemeinsam zurück zum Auto gelaufen. Leider führten uns unsere Wege im Anschluss in entgegengesetzte Richtung - ansonsten wären wir sicherlich auch noch ein paar Tage zusammen weiter gereist. So haben wir dann noch gemeinsam einen Burger und nen Bier im Café verdrückt. Wie unbeschreiblich lecker das doch schmeckt, wenn man völlig erledigt von so einer vier Tages Wanderung wieder kommt und das Essen eh schon knapp war. Leider war der Steinofen noch nicht an, ansonsten hätte ich mir auch noch eine Pizza bestellt :P

Abel Tasman - we did it!

anne, helge, me and leo

Damit war dann unser erstes Highlight auf der Südinsel auch schon wieder vorbei. Wir haben super coole Erinnerungen und mega viele Fotos mitgenommen– und sogar auch ein GoPro Video gedreht, das ich wohl erst zusammen geschnitten bekomme, wenn ich wieder zurück in Auckland bin. Denn das macht der Laptop-Akku glaub ich nicht mit ...und einmal hab ich die Autobatterie schon komplett leer gesaugt – huch. Werde das Video aber dann aus Auckland nachreichen. Am Abend haben wir uns dann noch in Richtung Westküste aufgemacht.

Bilder vom Kayaken und Wandern findet ihr im Fotoalbum: Abel Tasman National Park 16.01.2015.

[30.JAN’15  -  Henry Creek DOC Campsite  -  Yiha, wir haben Delphine beim Kajaken im Milford Sounds gesehen =)]