New Years Eve at the East Cape

2015's first Sunrise

 

Nachdem ich von den Cooks wieder zurück in Auckland angekommen bin und sich mein Dad auf nach Singapur gemacht hatte, bin ich auch gleich schon wieder „zack“ aus dem Paradies zurück ins Camperdasein geworfen worden. ...doch schon was anderes ;) Aber ich habe mich schnell wieder an meine Luxus-Suite auf vier Rädern gewöhnt und die Freiheit genossen fahren und stehen bleiben zu können wo und wann ich will. So hat es mich dann zum East Cape getrieben. Mein eigentlicher Plan war es den Mt. Hikurankgi an Silvester zu besteigen, um dann Neujahr offiziell der erste Mensch zu sein, der den Sonnenaufgang 2015 sieht. Aber wie das so ist wenn man reist, kommt alles anderes als geplant. Wegen einer traditionellen Zeremonie der Mãori war der Berg für die Öffentlichkeit an Silvester leider nicht zugänglich. Meine 4-Tages Radtour um’ss East Cape habe ich wegen des Wetters auch lieber sein lassen müssen. So war ich dann am 30. Dezember auf dem Mt. Hikurangi und habe Silvester am wirklichen East Cape, dem östlichsten Punkt Neuseelands verbracht, der zweit-erste Platz um den Sonnenaufgang zu sehen. Das Wetter wurde im neuen Jahr dann endlich  besser und so fiel es mir dann auch nicht schwer mich in die Anaura Bay zu verlieben und dort einfach mal ein paar Tage zu verbringen. Vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Woche, dass es auch mal verdammt gut tut, ein paar Tage an einem Ort zu bleiben und ihn zu genießen und nicht jeden Tag weiter zum Nächsten zu hetzen. Von dort aus habe ich dann auch noch mal ein paar Tagestouren mit dem Rad gemacht, inklusive einer mini Bergetappe auf dem Rückweg nach Auckland.

 

Mt. Hikurangi

 

30.12.2015 sunrise from Mt. Hikurangi

Die Spitze des Mt. Hikurangi (1752 m) ist weltweit anerkannt, als der erst Pfleg auf Erden, um den Sonnenaufgang des neuen Tages zu sehen. Auch wenn es sicherlich noch ein paar kleine Pazifikinseln da draußen gibt, die weiter östlich liegen, aber hier ist wohl die Höhe entscheidend. Die Datumsgrenze liegt hier aber auch in Sichtweite von der Küste entfernt. Dieses Ereignis habe ich mir dennoch  nicht nehmen lassen und bin wegen der Zeremonie dann einfach einen Tag vor Silvester auf den Berg geklettert. Vom Car Park beim park Ranger, bei dem man sich übrigens vorher auch die Erlaubnis holen muss um den Berg besteigen zu dürfen, sind es bis zu Spitze dann gute 6 Stunden. Damit man aber nicht die ganze Zeit durch die Nacht latschen muss, gibt es nach 4 Stunden, auf 1200 m, eine Hütte, zu der man schon am Vortag wandern kann. Bei mir war die Bergspitze am nächsten Morgen allerdings komplett in Wolken gehüllt, sodass ich sogar ein paar Meter weiter absteigen musste um den Sonnenaufgang zu sehen. Außerdem war es verdammt kalt. Beim Aufstieg wäre ich mit meiner dünnen Ausrüstung sicherlich halb erfroren. So habe ich mir den Sonnenaufgang an dem traditionellen Ort der Mãori angeschaut, wo am nächsten Tag die Zeremonie statt gefunden hat. Anschließend habe ich mich dann wieder schnell auf den Weg nach Unten, in wärmer Luftschichten gemacht.

....wie war das nochmal!? 1°C pro 100m? ....brrrr, es war jedenfalls frisch!

 

New Years Eve at the East Cape Lighthouse

 

campfire at new years eve

Silvester habe ich dann am wirklich östlichsten Punkt Neuseelands verbracht. Auf dem Campingplatz habe eine große Gruppe Backpacker getroffen, die mich netter Weise mit aufgenommen haben, so musste ich auch nicht alleine feiern, natürlich aus Deutsche, woher auch sonst hier in Neuseeland ;) Anyway, eine lustige Truppe. Mit Bier und Wein und ohne Handyempfang haben wir beim Lagerfeuer am Strand auf das neue Jahr gewartet. Eine wirklich sehr entspannt Atmosphäre, Keiner tippt ab 0 Uhr stundenlang auf seinem Handy rum und ist nicht mehr ansprechbar. Mit denen, die bis zum Sonnenaufgang durchgehalten haben und mit denen, die wieder rechtzeitig wach geworden sind, bin ich dann noch gemeinsam zum Leuchtturm rauf gelaufen um den Sonnenaufgang zu sehen.

Damit ging wieder ein Jahr zu Ende und ein Neues beginnt und alles geht von vorne los. Also, Happy New Year 2015 to everyone! Let it be a good one!


Anaura Bay

 
 Campground at Anaura Bay

Campground at Anaura Bay

Eigentlich wollte ich nach Silvester hier nur kurz eine Nacht verbringen und dann gleich weiter fahren. Doch irgendwie habe ich mich spontan in diese Bucht verliebt und habe gleich zwei Mal um eine Nacht verlängert. Am Ende habe ich dort am Ende vier wirklich wunderbare Tage verbracht, jede Menge liebenswürdige Kiwis getroffen und einfach die Atmosphäre auf den Campingplatz genossen, auf dem ich zwischen den ganzen Neuseeländischen Familien stand, die von Motorboot bis Backofen wirklich alles dabei hatten. Teilweise sind hier mehrere Familien mit insgesamt bis zu 20 Leuten für ihren gemeinsamen Weihnachts- und Neujahrsurlaub zusammen gekommen. Ganz großes Hobby von allen war das Fischen. Warmherzig wie sie sind die Neuseeländer, konnten sie es natürlich nicht mit ansehen, wie ich da ganz alleine auf dem Campingplatz saß und haben mich auf ein Glas Wein zu sich ins Zelt eingeladen oder mir einen ihrer frisch gefangenen Lobster abgegeben =) Ich kann euch sagen, dass schmeckt vielleicht mal lecker!!! So ganz nach dem Motto, morgens noch zusammen geschwommen und abends zusammen gegessen :P

Endlich hatte ich nun auch mal die Gelegenheit mein Rennrad auszupacken und eine Runde zu drehen, da das Wetter nun auch mitgespielt hat und ich etwas Zeit hatte. So habe ich noch mal eine kleine Tagestour in zur nächste Bucht (Tokomaru Bay) gemacht. Außerdem kann man in der Anaura Bay noch eine kurze Wanderung auf den nächst größten Hügel machen, von dem man eine super Sicht auf die Bucht hat und ganz gemütlich durch den riesigen Pinienwald stolzieren kann. Ansonsten kann ich jedem nur den Motor Campground der Jacobs Familie empfehlen. Eine sehr vertraute und familiäre Atmosphäre. Man bekommt auch alles was das Camper-Herz begehrt. Eine super Gelegenheit für mich mal wieder alles auf Vordermann zu bringen; Wäsche, Kühlbox, Trinkwasserkanister,... es gab sogar WiFi für meinen Blog und ein paar Skype Calls.


Waioeka Gorge

 

Campground in Waioeka Gorge

Gerne wäre ich auch noch länger in der Anaura Bay geblieben, aber langsam musste ich mich auch zurück auf den Weg nach Auckland machen, Helge einsammeln, der mich ja dann in den nächsten 4 Wochen auf meiner Reise begleiten wird. Vorher habe ich aber noch einmal zwei Tage in der Waioeka Gorge zwischen Gisborne und Opotiki verbracht, eigentlich mit der Absicht mit dem Rad ein paar Berge rauf zu kraxeln. Zwischen Campground und dem Strand in Opotiki waren es dann aber doch nur 200 m Höhenunterschied, verteilt auf 50 km irgendwie eher eine gemütliche Tour durch die Schlucht. Egal, es war trotzdem eine wunderschöne Strecke und ich habe mich gefreut endlich wieder ein paar Kilometer mit dem Rad zu reißen. Schließlich will ich ja gut vorbereitet sein, damit ich auf der Südinsel dann wirklich mal einen richtigen Berg rauf komme ;) Zurück am Camp musste ich dann leider das erste Mal hier in Neuseeland Bekanntschaft mit den Sandyflies machen. Aber auch kein Wunder, denn der Campingplatz lag direkt an dem Fluss der sich durch die Schlucht windet. Zwar super idyllisch und auch absolut das Beste zum abkühlen nach der Radtour, aber leider wohl auch ein willkommenes Zuhause für die Sandyflies. Im Null-Komma-Nichts sahen meine Füße aus wie Streuselkuchen. Überall kleine rote Flecken. Nachdem Deo und Apré-Sun-Creme die Viecher nur vorübergehend abgehalten haben, hab ich mich an Ian McKellen erinnert, den Schauspieler von Gandalf, der hat immer Pfeife beim geraucht und angeblich keinen einzigen Sandyfly-Biß gehabt. Also dachte ich mir, probiere ich das doch mal mit einem kleinen Lagerfeuer aus. Nicht nur das die Sandyflies mich in Ruhe gelassen haben, ich konnte mir auch ein absolutes Camping Dinner deluxe zaubern =)

So ging eine wunderbare Woche mit einem perfekten Tag zu Ende und ich bin am nächsten Morgen zurück nach Auckland gefahren, wo ich mich mit meinen alten Mitbewohnern nochmal zum Dinner und auf ein (bis zwölf) Bierchen getroffen habe. Am nächsten Morgen ist Helge dann schon hier in Neuseeland eingeflogen. Damit geht nun meine Zeit des alleine Reisens in zu Ende. Denn Helge gibt die Bettdecke nach seiner Zeit quasi direkt an Thorben und Verena weiter und die wiederum an Crishi. Hier nennt man das dann “Hot Bed“ :P

Ich freue mich riesig von nun an meine Erlebnisse teilen zu können, das hat mir doch ein wenig gefehlt. Ich habe aber auch gelernt, wie gut es tut alleine zu reisen. Es gibt wirklich keinen besseren Weg um neue Leute kennen zu lernen und mit den verschiedensten Menschen in Kontakt zu kommen. Außerdem habe ich die Freiheit sehr genossen 100% das zu tun wo ich gerade Bock drauf habe und keine Einschränkungen machen zu müssen. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber absolut eine super Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Guys, ich freue mich riesig, dass ihr den weiten Weg auf euch nehmt und mich hier am anderen Ende der Welt besuchen kommt =)

Kia Ora in New Zealand!

...weitere Bilder gibt es übrigens noch in der Foto Gallery (East Cape 29.12.2014).

 [14.JAN'15  -  Bluebridge Ferry from Wellington to Picton  -  Es geht ab auf die Südinsel]