Vorwort

“Hey Thorben, darf ich mir deinen Laptop ausleihen, ich würde gerne mal meine Mails checken?“ .....es ist der 28 Mai 2014. Ich genieße zusammen mit meinem Mitbewohner und drei Freunden bei einem kühlen Sagres die portugiesische Abendsonne. Ein langer und kräfteraubender Tag auf dem Surfboard liegt hinter uns. Mit einem selbstgedrehten Musikvideo zum umgeschriebenen Text von „Surfin in the USA“ der Beach Boys haben wir eine Woche im Camp der Atlantic Riders gewonnen. Der absolute, jedoch auch nicht ganz unerwartete Hammer. Dementsprechend gut gelaunt waren wir, schon seid dem wir in Bremen in den Flieger gestiegen sind.

Eigentlich bin ich in dem Urlaub bis jetzt ganz gut ohne das Internet ausgekommen. Hat ja auch mal was Befreiendes. Doch als wir an diesem Abend so beisammen saßen kam mir irgendwie der Gedanke, ich könnte ja mal in meine Mails schauen. Denn vor gut zwei Wochen hatte ich meine Bewerbung für ein Masterstudium in Neuseeland abgeschickt. Ich habe vielmehr in mein Postfach geschaut, um gegebenenfalls reagieren zu können, falls etwas mit der Bewerbung nicht stimmt oder Unterlagen fehlen. Doch als ich beim Überfliegen an einer Mail mit dem Betreff „Urgent: International Offer from the University of Auckland“ hängen geblieben bin, musste ich echt zweimal hingucken. Das ist doch jetzt nicht etwa... doch! Es war die bedingte Studienplatzzusage der University of Auckland!

Damit ist es fix: Colja goes New Zealand! In drei Monaten sitze ich in Neuseeland! Oder wie man so schön sagt: down under.  „Hallo! Was’ denn bitte hier los!?“ Das brauchte erst einmal einen gewissen Moment, bis ich das begriffen hatte und mir klar wurde: das Abenteuer beginnt. („Hört sich gerade leicht nach Bilbo Baggins an, aber naja, der war ja schließlich auch da“). Nun steht mir ein neuer Abschnitt in meinem Leben bevor, der mich prägen wird und von dem ich mein Leben lang zehren kann. Doch danach wird auch alles anders sein. Ich werde meine Zelte, die ich mir teilweise auch mühevoll, hier in Deutschland aufgebaut habe, erst einmal abbrechen müssen und meine Wurzeln aus dem heimischen Umfeld lösen. Doch dafür steht mir die Tür nun offen für Neues und ich habe Zeit mich mit mir selbst zu beschäftigen und meinen Weg zu finden. Irgendwie habe ich gerade das dumpfe Gefühl, dass mir das gut tun wird und es zu rechten Zeit kommt.

Mach was draus, Colja – oder wie Friedrich Nietzsche sagte: „Werde, der du bist!“.

[19.JUN’14   IC2213 von Bremen Hbf nach Mainz Hbf   Mary besuchen]