Cape Reinga

Cape Reinga

 

Breakfast at Rarawa Bay

Am Cape Reinga, genauer dem Campingplatz in der Tapotupotu Bay, habe ich dann die letzte Nacht der ersten Woche on the road verbracht. Denn am Dienstag Morgen habe ich mich wegen des gruseligen Wetters gleich auf den Weg nach Auckland gemacht und noch mal eine Nacht im Studentenwohnheim verbracht (Fabio hatte mich netter Weise noch mal eingeschleust), um meine Sachen zu trocknen, Wäsche zu waschen und noch mal ein paar letzte Skype Calls zu machen bevor es dann zusammen mit meinem Dad auf nach Rarotonga in den Weihnachtsurlaub ging. 

Das Nord Cape Neuseelands hat mir, von dem was ich bis jetzt gesehen habe, echt am besten gefallen. Man kann zwar nicht ganz mit dem Auto bis zu Spitze fahren, sondern muss von dem Parkplatz noch ca. 10 Min laufen. Was aber auch gut so ist, denn eine Straße oder gar Autos würden im Landschaftsbild nur stören. Man kann dann entweder über den angelegten Weg direkt zum Leuchtturm laufen, der übrigens per Funk aus Wellington gesteuert wird, oder über einen kleinen Hügel klettern, von dem man eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende Landschaft und das weite weite Meer hat, genauer das Tasmanische Meer und den Pazifischen Ozean. Diese Aussicht hat mich echt sehr beeindruckt. Außerdem ist etwas ganz außergewöhnliches passiert: die Sonne kam für einen kurzen Moment raus, sodass ich Sonne und Aussicht einfach mal für einen Weile genossen habe =) Schon irgendwie etwas besonderes, so eine weite Sicht ins „Nichts“. Da kommt doch leichte „Ende-der-Welt-Stimmung“ auf. Für die Mãori ist dies jedoch ein ganz besonderer Ort. Denn hier fließen das Tasmanische Meer und der Pazifische Ozean zusammen. Dieser Ort steht bei den Mãori symbolisch für den Zusammenschluss von Männlich und Weiblich bzw dem Zusammenschluss des männlich Meeres (Te Moana Tãpokopoko a Tãwhaki) mit dem weiblichen Meer (Te Tai o Whitireia). Was die Mãori wahrscheinlich dazu inspiriert hat, ist die sichtbare Grenze zwischen den beiden Meeren. Das Tasmanische Meer ist deutlich türkisfarbener gefärbt als der Pazifische Ozean, der tief dunkel blau ist. Außerdem brechen hier die Wellen mitten im Meer, da die Wellen des Tasmanischen Meeres in eine andere Richtungen orientiert sind als die des Pazifischen Ozeans. Ich war jeden Falls super froh hier her gekommen zu sein und kann das auch nur jedem empfehlen zu machen, der dort im Norden unterwegs ist. ...Entfernungen von diesem besonderen Ort, die am Leuchtturm ausgeschildert sind: Äquator 3.827km; Los Angeles 10.479km; London 18.029km; Sydney 1.975km; Bluff (Neuseelands Süd Cape) 1.252km; Südpol 6.211km.

Lighthouse with distance signs at Cape Reinga

In den zwei Tagen, die ich am Cape Reinga unterwegs war, war ich außerdem noch in der Spirits Bay, die angeblich einen der schönsten Strände Neuseelands haben soll, und bei den Great Dunes am Pekia Stream. Danach kann ich definitiv sagen, dass sich die 16 km Schotterstraße zur Spirits Bay auf jeden Fall lohnen. Macht auch Spaß zu fahren; denn wenn man schnell genug ist, kann man in den Kurven sogar ein bisschen driften :P Runter geschlittert und unten angekommen, stand ich dann mutterseelenallein in dieser riesigen langgezogenen Bucht mit weißem Sand und kristallklarem Wasser. Das hatte schon fast was von Karibik. Ob der Strand nun aber der schönste Neuseelands ist, kann ich ja noch nicht beurteilen. Die Wellen waren jedoch erschreckend groß, sodass ich kaum eine Chance hatte raus zum schwimmen zu kommen. Ich wurde einfach immer wieder zurück an den Strand geschupst :D Dafür sind die Wellen wegen des ablandigen Windes aber recht spektakuläre gebrochen und die Gischt wurde weit zurück ins Meer gepustet. Natürlich habe ich meine Kamera parat gehabt und konnte ein paar Bilder für euch machen. Hier auch eine kurze Serienbelichtung:

Mein eigenetlicher Plan war, auf dem Rückweg den 90 Mile Beach mit dem Auto runter zurück nach Ahipara zu fahren. Doch dafür hätte ich dann am Cape Reinga 3 km durch den Pekia Stream fahren müssen. Der Stream war zwar nur wenige Zentimeter tief und der Sand auch recht hart, aber irgendwie schien mir mein Auto dann doch nicht das geeignetste dafür, denn an der ein oder anderen Stelle bin ich schon mal bis zur Hälfte mit dem Schienenbein im Sand eingesunken. Auch wenn Kai mir gut zugeredet hatte, dass es mit einem 2WD kein Problem sei (er ist letztes Jahr mit seinem 4WD Estema dadurch) wollte nichts riskieren, da ich alleine unterwegs war, mein Auto auch gar nicht so viel Bodenfreiheit hat, ich in den 2 Stunden die ich da war auch keinen Anderen gesehen habe der den Stream runter gefahren ist und ich das Erlebnis am Strand zu fahren ja schon ein paar Tage zu vor hatte. Außerdem wollte ich ja am nächsten Morgen meinen Dad in Auckland am Flughafen abholen und nicht irgendwo in der Pampa im Sand stecken. Bei dem miste Wetter fühlte ich mich auf der Straße auch irgendwie sicherer. Also bin ich den Stream nur zu Fuß abgelaufen und habe noch etwas Zeit in den Dünen verbracht. So konnte ich auch noch Sandboarden gehen. Dazu habe ich mir einfach aus einem der vielen Touri-Busse die da standen ein Body-Bord gemopst und bin die Düne rauf gekrackselt. Ist bei der Menschenmenge gar keinem aufgefallen. So hatte ich meinen Spaß for free ;) Manchmal halt auch vom Vorteil als Touri durch zu gehen!

So ging meine erste Woche im Auto also zu Ende und ich habe mich von den Great Dunes aus auf zurück nach Auckland gemacht. Die Devise der ersten Woche lautet: "Labbriges Toastbrot wird im Regen noch labberiger." 

Damit geht es auf in den Weihnachtsurlaub. Neben Blubbern vielleicht auch mal die Gelegenheit zu relaxen und einfach nur die Cook Island zu genießen =)

Also, ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit und bis bald, ich werde nun was das Blogschreiben angeht auch mal eine kleine Weihnachtspause einlegen und euch danach dann ausführlich von den Cooks berichten.

[21.DEC’14  –  Palm Grove, Rarotonga  -  Ich kann aus dem Bett in die Lagune gucken =) ]